http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=91768519&aref=image053/2013/03/29/CO-SP-2013-014-0088-0090.PDF&thumb=false
Donnerstag, 16. Mai 2013
Mittwoch, 15. Mai 2013
Kunterbunt
- 15. Mai 2013 -
Die Tage werden kälter und meine
Wärmflasche meine beste Freundin. Gerade an solchen Tagen ist es unglaublich
angenehm damit zu starten eines der Kinder zu massieren. Oft werde ich mit den
Worten begrüßt „Me today Laila, ne? Massage!“ und das auserwählte Kind blickt
mir oft freudig entgegen (bei denen die zum ersten Mal kommen ist es jedoch
viel eher ein Blick voller fragender Unsicherheit). Da mir Mama ein tolles
Massageöl aus Deutschland mitgebracht hat, entspannen sie sich nun jedoch noch schneller
unter meinen Händen und gleiten geschwind ins Land der Träume.
Nachdem wir im Hort uns zu Beginn
des Jahres ausschließlich auf schulische Aufgaben konzentriert hatten, haben
wir vor einigen Wochen wieder damit begonnen verschiedene Projekte aufzugreifen.
Ich habe wieder eine Zirkusgruppe mit teilweisen alten aber auch relativ vielen
neuen Kindern, Ann-Christin leitet Spiele wie beispielsweise Völkerball und
Adrian sucht sich regelmäßig verschiedene Kinder aus, die ihm im Garten helfen.
Zusammen leiten wir außerdem das Craft-Projekt, dessen letzte Resultate ein
schöner Geburtstagskalender sowie Geldbeutel aus Milchtüten waren. Da die
Hausaufgaben jedoch verständlicherweise
noch immer an erster Stelle stehen und aufgrund der früh
hereinbrechenden Dunkelheit die ersten Kinder das Projekt schon um 6 Uhr
verlassen, bleiben mir für meine Zirkusgruppe oft nur 45 Minuten. Die Zeit die
mir dann nach einem benötigten Aufwärmen noch zu Verfügung steht, ist leider
viel zu kurz um neue Elemente zu erarbeiten. Doch leider scheint es so, als
könne man daran im Moment nichts ändern und ich muss auf die Ferien warten um
richtig starten zu können. Diese Woche konzentrieren sich die Kinder jedoch
darauf, das für die Closing Ceremony Einstudierte noch einmal zu wiederholen.
Ein befreundetes Projekt möchte im Juni eine
Talent Show präsentieren und sich
am Freitag hierfür zwei Gruppen aus Vulamasango aussuchen, die dort dann
auftreten dürfen.
Emotional bin ich gerade in einer Phase in der ich sehr
stark realisiere, wie wenig Zeit mir hier noch verbleibt. Sicherlich trägt dazu
auch die verstärkte Beschäftigung mit verschiedenen Universitäten bei.
Eigentlich möchte ich mit meinen Gedanken noch gar nicht so weit voraus, nach
diesem Jahr sein und doch muss ich es. Ich würde mich viel lieber noch
vollkommen auf das Hier und Jetzt konzentrieren und doch muss ich damit
beginnen mich um mein Studium zu kümmern. Ich möchte nach wie vor soziale Arbeit
studieren doch bin ich mir noch sehr unsicher wo und an welcher Universität.
Die starke Beschäftigung mit meiner Heimkehr löst in mir sehr gegenteilige
Gefühle aus. Auf der einen Seite zeigt es mir deutlich, wie sehr ich doch
eigentlich meine Freunde, meine Heimat vermisse doch auf der anderen Seite
macht es mich sehr traurig in 3,5 Monaten Südafrika verlassen zu müssen. Ich
habe Angst vor dem Abschiedsschmerz, ist im Gegensatz zu meinem Abschied im
August `12 meine Rückkehr noch ungewiss und habe ich doch so viele Menschen
fest ins Herz geschlossen. Es passiert in letzter Zeit öfter, dass mich
deswegen eine Traurigkeit überfällt und ich nur wenig dagegen machen kann. Ich
muss meine Erlebnisse jetzt einfach sehr intensiv in mich aufnehmen, sie in meinem
Herzen bewahren und so mit nach Deutschland nehmen.
Nur dem Anschein nach ist die Zeit ein Fluss. Sie ist eher eine grenzenlose Landschaft, und was sich bewegt, ist das Auge des Betrachters.
-Thornton Wilde-
Mittwoch, 8. Mai 2013
Meine Liebsten zu Besuch
- 24. März bis 7. April -
Liebe treue Blogleser,
hier gibt
es endlich auch wieder ein Lebenszeichen von mir. Leider war unser Internet und
Telefonanschluss für ein paar Wochen lahmgelegt und ich hatte keine Möglichkeit
den folgenden Eintrag online zu stellen. Er befindet sich nun schon fast einen
Monat auf meinem Laptop und wartet nur darauf veröffentlicht zu werden. Aber
besser spät als nie – enjoy! :)
Endlich war es soweit. Seit Tagen
fieberte ich auf diesen Moment hin und mein Herz pochte wie verrückt, als ich
mich auf den Weg zum kapstadter Flughafen begab. Während wiedervereinte
Menschen sich glücklich in die Arme vielen und Schildträger sich darum bemühten
einen möglichst auffälligen Platz zu ergattern, hielt ich meine Augen angestrengt
auf den Gang gerichtet, aus dem Massen von gelandeten Fluggästen quollen. Und
da waren sie. Nach 7 Monaten sah ich meine geliebte Mama und Schwester nun zum
ersten Mal wieder (aufgrund des begrenzten Internets ist es uns nicht einmal
möglich zu skypen). Der Versuch meine Emotionen unter Kontrolle zu halten
scheiterte natürlich kläglich und Tränen voller Glück stiegen mir in die Augen
als ich die Beiden nach so langer Zeit wieder in meine Arme schließen konnte.
Es war unglaublich schön, wie
heimisch das Gefühl war sie hier zu haben und zu spüren, dass sich zwischen uns
trotz der langen Trennung nichts verändert hat. Ohne auch nur irgendeine
Gewöhnungsphase zu benötigen waren wir zusammen die Drei, die wir daheim in
Wittnau aber auch in Indien, Amerika, Sri Lanka, Marokko etc. waren und das
fühlte sich wunderschön an. Jede mit ihren eigenen Macken, Witzen oder
Angewohnheiten, die die anderen Zwei nur all zu gut kennen und über die Jahre
gelernt haben mehr oder weniger gut damit umgehen zu können. In diesem
Zusammenhang fällt mir eine Situation auf einer unserer Fahrten ein. Ich
kringelte mich über irgendein unwitzigen Witz den ich zum besten gegeben hatte,
worauf mich Mama mit einem gewissen Unterton fragte, ob ich eigentlich in
irgendeiner Weise das Gefühl habe mich verändert zu haben. Auf mein unsicheres
„nöööö, du?“ meinte sie nur grinsend „überhaupt nicht!“. Natürlich gibt es
schon ein paar kleine Veränderungen. So habe ich zum Beispiel gemerkt, dass ich
es überhaupt nicht mehr gewöhnt bin mich in gewissen Dingen rechtfertigen zu
müssen und Mama meinte ich hätte mich zu einer richtigen Hausfrau gemausert. Im
Großteil aber bin ich immer noch ich und das finde ich schön zu wissen. Ich
glaube dafür, dass mich ein solchen Jahr völlig verändern würde, hatte ich mich
schon vor meiner Abreise im August 2012 zu viel gefunden.
Da ich die erste Woche nach der
Ankunft der Beiden noch arbeiten musste, zogen sie viel alleine los und
erkundeten mein derzeitiges Zuhause Kapstadt. Auch auf der Farm besuchten sie
mich und verbrachten einen gesamten Arbeitstag von morgens um 9 Uhr bis abends
um 19 Uhr mit mir. Es war richtig schön ihnen all das zeigen zu können, das sie
bis dahin nur aus meinen Erzählungen kannten. Von jetzt an wissen sie immer
genau bescheid, wenn ich ihnen von einer Person oder einem bestimmten Ort
erzähle, wodurch auch sie sich meinem Leben hier viel näher fühlen können.
Da ich ab dem folgenden Freitag
zehn Tage frei bekommen hatten, nutzen wir die Zeit um noch etwas zu reisen,
etwas vom Land zu entdecken. Zuerst begaben wir uns jedoch noch zum Cape of
good Hope, zum Kap der guten Hoffnung. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einer
netten Affen- sowie Vogelstraußfamilie, die mit langgestreckten Hälsen über die
Straße schritt und die runden Augen neugierig über die Autos streifen ließ. Bei
dem kalten Wind der uns um die Ohren blies, vermisste ich die Sonnenstrahlen
sehr, die mich bei meinem ersten Besuch am Cape of good Hope begleiteten. Doch
während sich in Deutschland so langsam die ersten Sonnenstrahlen zeigen, wird
es hier Herbst und der steuert beängstigend schnell auf den Winter zu.
Eigentlich hatten wir am nächsten
Tag einen schönen Ausritt am Strand geplant, doch wir hatten die Rechnung ohne
den Wind gemacht aufgrund wessen der geplante Ausritt aus Sicherheitsgründen
abgesagt wurde. So entschieden wir uns stattdessen den Chapman`s Peak Drive,
eine schöne Küstenstraße zu fahren, die einem ausdrücklich die Schönheit der
Natur hier vor Augen führt.
Am nächsten Tag begann unsere
Reise durch das schöne Weinland und durch atemberaubende Berge. Weiter führte
es uns auf die Route 62 die durch die Karoolandschaft vorbei an kleinen Örtchen
führt, nach Oudtshoorn wo wir die Tiefen einer großen Tropfsteinhöhle
erkundeten und ich wohl meinen nahesten Regenbogen sah.
Der Weg zu unserem nächsten Ziel
Prince Albert führte uns über den nicht asphaltieren Swartberg Pass und war ein
richtiges kleines Abenteuer, Während auf dem Höhepunkt des Passes tiefe Abhänge
den Wegesrand säumten, türmten sich am Fuße des Berges gewaltige Steinwände
auf, durch die wir uns mit unserem kleinen Mietwagen schlängelten. Prince
Albert scheint ein verschlafenes, wohlhabendes Dörfchen zu sein, in dem wir
jedoch sehr freundlich willkommen geheißen wurden. Während man in den meisten
Gegenden Südafrika eher vorsichtig sein sollte, scheint es in Prince Albert
keine Kriminalität zu geben. So wurde es uns zumindest von unserem Freundlichen
Gastherrn erzählt, der uns versicherte es sei hier kein Problem wenn wir nachts
auf der Straße wären und unsere Haustür können wir abschließen, ist aber
eigentlich nicht nötig.
Unseren letzten Halt vor der
Rückkehr nach Kapstadt machten wir am Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt
Afrikas, wo sich indischer Ozean und Atlantik treffen. Es fühlt sich
unglaublich an dort zu stehen, auf den Ozean zu blicken und zu wissen, zwischen
mir und dem Südpol befindet sich nun nur noch Wasser.
Nach einem wunderschönen sonnigen
Tag und einem doch noch geglückten Strandausritt, setzten wir uns wieder ins
Auto kehrten zurück nach Kapstadt. Auch dieses Mal stellte sich bei mir ein
Gefühl des Heimkommens ein, als ich in die mir gut bekannten Straßen dieser
schönen Stadt fuhr.
Nun blieben uns nur noch 1,5 Tage
zusammen und es machte mich traurig die Beiden bald wieder gehen lassen zu
müssen. Der Samstag wurde jedoch noch einmal ein ausgesprochen schöner Tag. Da
uns noch der gemeinsame Aufstieg auf den Tafelberg fehlte, brachen wir trotz
leichten Regens und durch das Reiten verursachte Beinschmerzen am Samstag
morgen auf. Da für mich die Hochfahrt mit dem Cable Car nicht in Frage kam,
liefen wir, ungewiss darüber ob das Wetter uns wohlgesinnt war, los. Von
Wohlsinn konnte jedoch kaum die Rede sein. Die schwülen Temperaturen am Fuße
ließen den Schweiß aus allen Poren treten und weiter oben verbarg uns nasser
Nebel jegliche Sicht. Wir hielten jedoch durch und als wir uns schließlich am
Gipfel, erschöpft und doch glücklich, im Gipfelcafe niederließen, klärte der
Himmel auf und offenbarte uns eine atemberaubende Sicht.
Trotz der Anstrengung und des
weniger guten Wetters war dies ein wunderschöner Tag und
da wir uns für den Rückweg für
die Cable Car Variante entschieden, blieb ich dieses Mal sogar von schmerzenden
Beinen am nächsten Tag verschont.
Während ich zwar von schmerzenden
Beinen verschont blieb, blieb der Schmerz des Abschieds am nächsten Tag nicht
aus. Dieses Mal war es jedoch Mama, die als erstes dem Drang ihrer Tränen
nachgab und dem Schmerz eines weiteren Abschieds Ausdruck gab. Natürlich konnte
auch ich meine Tränen nicht zurückhalten und ich blickte ihnen traurig nach,
bis sie hinter großen Glastüren verschwanden. Auch wenn dieser Abschied schwer
war, ist er nicht zu vergleichen mit dem, was ich vor sieben Monaten gefühlt
hatte. Kapstadt ist zu meiner zweiten Heimat geworden, ich habe Freunde hier
gefunden und bin jeden Tag umgeben mit Kindern die ich fest in mein Herz
geschlossen habe. Ich kenne mich auf den Straßen aus und kenne meine Aufgaben
im Projekt. Außerdem fliegt die Zeit hier förmlich an mir vorbei sodass ich
weiß, 5 Monate gehen schnell vorbei. Und 5 Monate sind genau die Zeit, nach der
ich die Beiden wieder sehe.
Ich bin unglaublich dankbar
dafür, dass sie mich hier besucht haben. Sie haben mir viel Kraft gegeben für
die verbleibende Zeit und mir gezeigt, egal wie lange wir voneinander getrennt
sind, wir drei sind eine Einheit.
Danke Mama, danke Aisha!
Donnerstag, 14. März 2013
Tag 187 bis 195
-8. bis 14. März 2013-
Da Bongi, Lusanda und Pinky
direkt nach unserer Rückkehr vom Zwischenseminar ein eigenes Seminar von den
„Freunden“ hatten, trugen wir Freiwilligen die Verantwortung für die restlichen
drei Tage der Woche. Es ist schön zu erleben, dass uns diese Verantwortung
übertragen wird und wir das Projekt auch ohne Hilfe von „oben“ ohne
Schwierigkeiten seinen gewohnten Ablauf nimmt. Es war sehr schön einmal ganz
allein entscheiden zu können was wir mit den After School Care Kindern machen.
So hielten wir uns an die Zeit in der sie sich ihren Hausaufgaben zuwenden
konnten, spielten aber auch viele Spiele sowohl drinnen wie draußen und gaben
ihnen wieder Gelegenheit an ihren Bändchen zu knüpfen. Gerade das Bändchen
Knüpfen macht ihnen unglaublich viel Spaß, sodass sich unser Wollvorrat schon
bald dem Ende zuneigt. Glücklicherweise habe ich von meiner Tante eine Spende
erhalten, von der wir uns neue Wolle und evtl. auch Häkelnadeln zulegen werden.
Gerade wenn es bald kälter werden wird (auch wenn das bei den aktuellen
Temperaturen bis zu 38°C noch schwer vorstellbar ist), sind Handarbeiten im
Warmen eine schöne Beschäftigung.
Ich muss allerdings zugeben, das
mit dem Winter ängstigt mich ein bisschen. Wir haben immer noch ein Loch im
Dach durch das es gelegentlich reinregnet, in einem unserer Fenster direkt bei
den Betten fehlt eine Unterteilung (unsere Fenster sind jeweils in sechs
kleinere Fenster unterteilt) die Ann-Christin schlaftrunken beim Versuch das
Fenster zu öffnen ausversehen ausschlug und ein weiteres Fenster müssen wir
aufgrund eines Kabels immer offen halten. Zu guter letzt dürfen wir den
gemütlichen Ofen der von einem Vorfreiwilligen gebaut wurde nicht benutzen, da
er zu heiß wird und die Wand zerspringen lässt. Wenn ich an die Kälte denke,
die mich damals im September (im abklingenden Winter) empfing, schüttelt es
mich am ganzen Körper und ich hoffe darum wird sich noch vor dem großen
Kälteeinbruch gekümmert.
Da Pinky am Freitag 21 wurde und
das hier etwas sehr besonderes ist, schmiss sie am Samstag eine große Party, zu
der auch wir eingeladen wurden. Pinky wohnt im Township Nyanga, Crossroads, das
zu den gefährlichsten Orten der Welt zählt. Im Rahmen ihres Festes erschien es
uns jedoch für nicht allzu gefährlich und so begaben wir uns zu dem Haus ihrer
Großmutter, vor dem ein großes Zelt über die Straße gespannt worden war.
Es wurde getanzt, die Stimmung
war sehr gut und erst die Kälte trieb uns zurück auf die Farm in unsere warmen
Betten.
Am Sonntag begaben wir uns in die
Ausstellung „Körperwelten“ von Gunther von Hagens in der einem das Wunder
unseres Körpers an echten Körperteilen und sogar an gesamten Körpern
Verstorbener veranschaulicht wird. Da all jene Körperteile natürlich einer
speziellen Behandlung unterzogen wurden, sehen sie bei Weitem nicht so
abstoßend aus, wie man es sich vielleicht vorstellt. Mir ist es sogar sehr
schwer gefallen zu realisieren, dass all das Dargestellte eben keine Modelle
sind, sondern aus einem echten, menschlichen Körper entstammen und dass der gespaltete
Kopf in dem Glaskasten vor mir mal geschlossen war, atmete, die Augen durch die
Welt streifen lies und der Mund munter Geschichten erzählte. Ich weiß nicht so
richtig, was ich davon halten soll. Natürlich haben die Menschen vor ihrem Tod
dieser Weiterverarbeitung ihrer Körper zugestimmt und wollten das, doch
irgendwie fühlt es sich für mich nicht so richtig stimmig an. Vor allem die
Ausstellung der Embryonen stehe ich kritisch gegenüber. Die kleinen Wesen die
teilweise schon Haare auf ihren zerbrechlichen Köpfchen hatten konnten nie
einer solchen Ausstellung zustimmen. Können wir uns dann das Recht herausnehmen
es trotzdem zu tun?
Mit Anbruch der Woche herrschte
eine sehr gute Stimmung bei uns im Office. Das Team war wieder vollständig und
den drei Rückkehrern hat das Seminar wohl sehr gut gefallen. Es hat auch gleich
seine Wirkung in einem sehr guten Meeting gezeigt. Es herrschte eine eher
ungewohnte doch sehr schöne Offenheit unter uns allen und wir konnten wichtige
Dinge besprechen und Ziele setzen. Solche Meetings soll es von nun an jeden
Montag geben und ich hoffe, dass sie auch wirklich stattfinden und zwar genau
in der Atmosphäre, in der jenes stattfand. Ich bin mir sicher, das könnte uns
alle noch ein bisschen näher bringen und unsere Zusammenarbeit verbessern.
Für Morgen habe ich einen kleinen Wettbewerb für die After
School Kinder vorbereitet. Ich freue mich schon sehr darauf und ich glaube, wir
werden eine Menge Spaß haben.
Mittwoch, 6. März 2013
Zwischenseminar
1. bis 5. März 2013
Was mir besonders fehlen wird,
ist mein morgendliches Meditieren und Beten auf einem Stein am/im Meer. Die
Sonne im Rücken, das Meeresrauschen im Ohr und der unendlich Ozean vor mir… Ja,
hier konnte ich wirklich zu Ruhe kommen und mit jedem Atemzug den ich nahm,
erfüllte mich pures Leben.
Donnerstag, 28. Februar 2013
Das Geld & der Arm machen Sorgen
-26. bis 28. Februar 2013-
Vorgestern hatte ich die Idee ein
Profil für jedes Kind unseres Kindergartens zu basteln und knipste vor einer
kaminroten Wand schöne Fotos von den Kleinen. Von gewagten Posen über
gefährliche Blicke bis zu herzschmelzenden Lachen war alles dabei und selbst
Profis hätten sich da noch eine Scheibe abschneiden können. Leider herrscht bei
uns gerade etwas Geldknappheit wofür unter Anderem die Lücken aufweisenden
Zahlungen der Kindergartengebühr verantwortlich sind. Zwar verpflichten sich
die Eltern am Beginn des Schuljahres jeden Monat die sehr geringe Gebühr von
R250 für den täglichen Transport aus dem Township heraus und zwei Mahlzeiten zu
zahlen, aber das letzte Jahr haben eine Vielzahl der Kinder den Kindergarten
verlassen ohne November oder gar Oktober zu bezahlen. Von Dezember ganz zu
schweigen, denn dieser Monat schien von allen Eltern vergessen worden zu sein.
Bei über 30 Kindern ist das eine Menge Geld die fehlt und da selbst Florians
Fahrt durch das Township und sein dringliches Klopfen an vielen Türen wenig
Wirkung zu zeigen scheint, bleibt uns wohl nichts anderes übrig als etwas
kürzer zu treten. Für das Ausdrucken meiner Fotos bedeutet das, dass das Geld
wohl gerade nicht reicht und die Profile auf etwas bessere Zeiten warten
müssen.
Gestern ereignete sich noch ein
kleines Unglück im Kindergarten. Ein kleiner Junge flog von einem Klettergerüst
und brach sich dabei den Ellenbogen. Unsere Projektmanagerin Bongi fuhr sofort mit
ihm in die Klinik, in der er gestern noch operiert wurde. Ich hoffe sehr, ihm
geht es heute schon wieder besser! Der Unfall war wirklich ein kleiner Schock
für uns alle aber er hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, wie gut
eigentlich die letzten Monate gelaufen sind. Jetzt bin ich schon 6 Monate hier
und bis auf den gestrigen Vorfall habe ich außer kleinen Kratzern und
Schürfwunden nichts Schlimmeres in unserem Kindergarten erlebt. Hoffen wir,
dass die Unfallrate sich nicht verändert und der Klinikbesuch eine Ausnahme
bleibt.
Im Afterschoolcare gab es gestern
dann eine weitere Überraschung. Während ich damit gerechnet hatte meinen erste
Zirkuseinheit seit den Ferien zu haben, hatten Lusanda und Pinky andere Pläne
mit den Kindern. Die Kinder/Jugendlichen haben nun die Aufgabe bis Freitag ein
Referat auszuarbeiten und ihr Thema weiterführend in einem Rollenspiel zu
vertiefen. Das Thema kann jede Gruppe frei wählen, es sollte sich jedoch auf
Problematiken der Gesellschaft in der sie leben beziehen. Mögliche Themen
hierfür währen zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Teenager Schwangerschaften etc.
Unsere Aufgabe hierbei ist es den Gruppen eine Stütze zu sein und ihnen bei
Bedarf Denkanschübe geben zu können.
Leider werden Adrian und ich die
Referate nicht mehr anhören können, da morgen Mittag unser Zwischenseminar
beginnt. Ich bin schon sehr gespannt darauf wie es wird. Das
Vorbereitungsseminar war unglaublich schön und lehrreich und ich hoffe sehr,
dass es ein paar schöne 5 Tage werden. Da Ann-Christin leider nicht über die
Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.v. zu Vulamasango gekommen ist
müssen wir sie für die paar Tage allein zurücklassen. Doch wenn man sich tagein
und tagaus sein Zimmer mit zwei Mitbewohnern teilt, immer Jemand mal hier und
mal da herumkruschtelt, sein T-Shirt oder sein Geschirr stehen lässt, dann ist
ein bisschen Ruhe bestimmt auch etwas sehr schönes. Ich muss aber sagen, ich
bin sehr stolz darauf wie wir das hier machen. Natürlich gibt es hier und da
ein paar Spinnweben (bei dem Ungeziefer mit dem wir unsere vier Wände teilen
unvermeidbar) und natürlich liegen auch hier und da ein paar Kleidungsstücke
aber nachdem ich morgendlich meinen mir zuvor noch unbekanntem Putzfimmel (ja
Mama da staunst du) freien lauf gelassen habe, blinkt der Boden, das Geschirr
befindet sich auf seinem Platz im Schrank und unser Raum ist ein Örtchen an dem
man sich wohlfühlen kann.
Ich verabschiede mich hiermit für
ein paar Tage und melde mich ganz bald nach meinem Zwischenseminar wieder!
Abonnieren
Posts (Atom)
